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Diskriminierung send article to a friend print article
März 2004
Stellungnahme der Interessengemeinschaft Rückenwind zur schulischen Diskriminierung und Chancen(un)gleichheit

Diese Stellungnahme gibt einen Einblick in die aktuelle Praxis diskriminierender schulischer Aktivitäten und Chancenungleicheit, die Aussenstehenden in der Regel verschlossen bleibt, da sie auf den individuellen Erfahrungen direkt Betroffener und Geschädigter beruht.

Die Stellungnahme soll im Rahmen des EU-Projektes "CrEE - Create Equality in Education" einen Beitrag dazu leisten, Empfehlungen für eine Verbesserung schulischer Aktivitäten zu entwickeln. Im Zentrum des Interesses von CrEE steht nämlich die Frage, was von allen beteiligten Akteuren als Erfolg schulischer Aktivitäten gegen Diskriminierung und zur Förderung von Chancengleichheit erachtet wird und welche Faktoren als erfolgsfördernd oder erfolgshemmend genannt werden.

Daher soll diese detaillierte Stellungnahme auch dazu dienen, den Mitgliedern der Fachgremien in der niedersächsischen Landesregierung, die über die Petition “Gemeinsam für eine bessere Schule” beraten, einen Einblick in die Bereiche der praktischen Probleme bei der Verwirklichung integrativer Anliegen zu geben.
Mit der Umsetzung der in der Petition aufgeführten Forderungen durch die Landesregierung würde ein wesentlicher Beitrag gegen Diskriminierung und zur Förderung von Chancengleichheit geleistet.




März 2004
Wie unser Schulsystem Eltern beschämt

Wenn Kinder auf die Sonderschule für Lernbehinderte geschickt werden, löst das in vielen Familien Ängste aus. Eltern, deren Kinder an Sonderschulen überwiesen werden, fühlen sich häufig diskriminiert und ausgegrenzt – Migrantenfamilien besonders. Die Pädagogin und freie Bildungsjournalistin Brigitte Schumann wendet sich gegen das "Aussortieren" im deutschen Schulsystem. Nur eine gemeinsame Schule für alle Kinder eröffne Chancen für eine Pädagogik des Miteinander.

Besonders bedrückend nach Pisa sind die ungebrochen steigenden Überweisungsquoten zu den Sonderschulen für Lernbehinderte und der nachweisliche Anstieg der Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund. Diese Entwicklungen verweisen darauf, wie bei zunehmenden gesellschaftlichen Problemlagen die Regelschule sich durch Sonderschulüberweisung von den Kindern entlastet, die es besonders schwer haben.

Brigitte Schumann hat mit einer Pilotstudie erkundet, welche Akzeptanz es für die Sonderschule für Lernbehinderte bei Lehrern und Eltern nach der Pisa- Schulstudie gibt.
Zu diesem Zweck wurden im Sommer und Herbst 2003 in einer nicht repräsentativen Befragung Eltern und Lehrer gefragt, wie sie die Auswirkungen der Sonderschulüberweisung und des Sonderschulbesuchs einschätzen.  Beteiligt haben sich auf Elternseite 193 Personen an zwei Sonderschulen und 73 Lehrer an fünf Sonderschulen in Nordrhein- Westfalen.

Ausgangspunkt für diese Untersuchung war zum einen der erschreckende Befund der Pisa-Schulstudie, dass die Kopplung zwischen sozialer Herkunft und dem Kompetenzerwerb in Deutschland so eng ist wie in keinem vergleichbaren Land; zum anderen aber auch das nicht minder erschreckende hartnäckige Schweigen der Politik zu unabweisbaren Zusammenhängen zwischen Schulstruktur, Bildungsarmut und sozialer Ausgrenzung, die sich am deutlichsten in der Sonderschule für Lernbehinderte manifestieren.

Artikel Frankfurter Rundschau online vom 30.3.2004 als pdf zum downloaden



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