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Jeder ist etwas Besonderes – aber niemand ist besser send article to a friend print article
Begrüßungsrede am Rückenwind-Tag von Kerstin Skiba- Hunkel. Sie ist Vorsitzende von GEKKO, der Kontaktgruppe Göttinger Eltern kardiologischer Kinder.

Guten Morgen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie im Namen der Interessengemeinschaft  Rückenwind  zu unserer Auftaktveranstaltung „KINDER, KINDER...“  begrüßen zu dürfen.

Rückenwind ist ein Zusammenschluss von Elternselbsthilfegruppen und Bürgerinitiativen für die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Krankheit und Behinderung in Göttingen und Umgebung!

Rückenwind hat sich auf Initiative von Herrn Gericke, Vorsitzender des Elternhauses des krebskranken Kindes und meiner Person, als Vertreterin von GEKKO (Göttinger Eltern kardiologischer Kinder) zum ersten Mal im Februar 2003 getroffen.
Wir waren damals sehr überrascht, wie viele SHG, Vereine und  Bürgerinitiativen unserer Einladung zu einem lockeren Kennen lernen gefolgt waren. Das Interesse mit anderen Gruppen aus der Region ins Gespräch zu kommen war sehr groß.
Schnell stellten wir unsere gemeinsame Schnittmenge fest: Wir setzen uns alle ehrenamtlich für mehr Akzeptanz und Chancengleichheit unserer Kinder ein.

Wir alle wollen unsere Kinder in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit in unsere Gesellschaft integriert wissen.

Es ist unsere feste Überzeugung das jedes Kind / jeder Mensch durch seine individuelle Geschichte ein Gewinn für alle sein kann.
Das Schöne ist doch, das wir alle voneinander lernen können, uns gegenseitig helfen und gemeinsam etwas bewegen können. Wie man hier heute doch deutlich sehen kann. Das ist ein Prozess durch den wir als Organisatoren dieser Veranstaltung auch gerade gegangen sind. Ohne gegenseitige Unterstützung und Austausch, Diskussionen, Entscheidungen treffen, sie wieder umwerfen und intensives Arbeiten, wären wir heute nicht hier!
Und genau das ist es was wir uns für unsere Kinder auch wünschen in Kindergarten, Schule oder Ausbildung.

Jeder ist etwas Besonderes – aber niemand ist besser! Und das ist genau gut so!

„Die entscheidende Erziehungsarbeit muss im Elternhaus geleistet werden“, so lautet eine Forderung, die man dieser Tage immer häufiger hört.
Wir hier, sind genau die Eltern, die ihren Erziehungsauftrag sehr, sehr ernst nehmen und ihm mit größter Sorgfalt versuchen nachzugehen.

Die spannende Frage, die sich dabei stellt ist nur, ob die Verantwortlichen (wie z.B. Politiker, Pädagogen, Psychologen) auch dann noch mit unserem Engagement  einverstanden sind, wenn wir uns einmischen, kritisch hinterfragen und Forderungen stellen?!  
  • Wie konnte es zu dem schlechten Abschneiden der deutschen Schüler   bei der PISA und IGLU –Studie kommen?
  • Weshalb müssen sich in Deutschland Kinder an starre Schulsysteme anpassen?
  • Können Systeme nicht flexibler gestaltet werden und individuell auf die Kinder eingehen?
  • Aus welchem Grund wird Kindern mit Lernbeeinträchtigungen mehrheitlich der Zugang zu allgemeinbildenden Schulen verwehrt?
Mitgefühl und ein menschliches Miteinander gehören genauso zum Schulauftrag wie die Förderung von Spaß an Leistung.

Durch die Bündelung unserer Kräfte und mit viel Rückenwind werden wir uns dafür stark machen, dass für alle unterschiedlich begabten Kinder mehr Möglichkeiten geschaffen werden.

Wir brauchen eine Balance zwischen Leistungsfähigkeit, Integration und Chancengleichheit, bei dem jedes Kind mitgenommen wird und keines zurückbleibt. So wird eine Vielfalt im täglichen Umgang erreicht, die alle bereichert.
Natürlich ist es problematisch mal eben eine neue Schulstruktur und eine neue Lehr- und Lernkultur in Deutschland zu etablieren. Das erfordert Mut, Geduld und Bereitschaft sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen.
Überstürzter Aktionismus ist sicher fehl am Platz, aber wir müssen uns gewissenhaft die Frage stellen, welches Maß an Bildung wir (nicht nur als Eltern sondern vor allem als Gesellschaft) für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen für notwendig halten.

Ich möchte Sie mit einem Satz in diese Veranstaltung schicken, der für mich das Problem auf den Punkt bringt und wunderbar zu dem Thema passt. Er ist von Prof. Dr. Wassilios Fthenakis, Professor für Entwicklungspsychologie an der Freien Universität Bozen

„Von Bildung und Erziehung wird es wesentlich abhängen, ob die heranwachsenden Generationen den Ansprüchen, Herausforderungen und Belastungen gewachsen sein werden, mit denen sie in der Welt von morgen konfrontiert sind.“

Ich wünsche Ihnen und uns allen eine interessante, spannende und vergnügliche Veranstaltung, vielen Dank.  

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